Die Mondrose ist eine zarte Pflanze, deren Erscheinung von der im Vergleich zum Stängel und den Blättern überdimensionalen Blüte dominiert wird. Sie hat eine Wuchshöhe zwischen 15 und 25 cm. Meist weist sie nur eine Blüte auf, es kommen aber auch gelegentlich Exemplare mit zwei, in seltenen Fällen auch mit drei Blüten vor. Die relativ große Blütenknospe ist meist 15−25 mm lang und steht auf schlanken, haarigen Blütenstielen.

Diese Pflanze besitzt eine gewisse Ähnlichkeit zum Schlafmohn der Erde, was sich in aller erster Linie durch die vier zerbrechlichen, zittrigen Blütenkronblättern ausdrückt. Diese Blütenblätter haben einen Durchmesser von fünf bis 15 Zentimetern. Im Gegensatz zum Mohn sind diese jedoch vom reinsten Weiß. Die pelzigen silbergrünen Kelchblätter fallen in der Blüte nicht ab, sondern bleiben erhalten, um die empfindlichen Blütenblätter bei Tage zu schützen. Die Mondrose blüht nämlich - wie der Name schon vermuten lässt - nur nachts, bei hellem Mondlicht. Je nachdem, welcher Mond ihr am nächsten steht, schimmert sie in der entsprechenden Mondfarbe. Die großen Blütenblätter falten sich sprichwörtlich mit dem Morgengrauen in sich zusammen.

Die Staubbeutel zur Eigenbestäubung befinden sich an der mittleren Spitze eines jeden Blütenblattes. Eine Art Stützstängel im Blütenblatt verhindert zum Einen dass dieses nach innen oder außen knickt, zum Anderen befindet sich am Ende dieses feinen Stängels je drei Purpurfarbene bis Bordeauxfarbene Staubbeutel. Somit transportiert das zur Blute vordringende Insekt den Blütenstaub direkt ins Blüteninnere.

Die Stängel der Mondrose sind dünn, wenig verzweigt und behaart und weisen maximal vier lange, dünne Laubblätter auf, die eher unterentwickelt und verkümmert erscheinen. Wie der Mohn, so bewahrt auch diese Pflanze ihre Samen in einer zapfen-förmigen Kapsel auf, an der die Blütenblätter positioniert sind. In dieser Kapsel befinden sich hunderte von Samen, die meist silbergrün und recht unauffällig sind.

Die den Samen schützende Flüssigkeit in der Kapsel, nimmt für gewöhnlich die Farbe des dominierenden Mondes an, ebenso wie die Blüten. Im Gegensatz zum terrestrischen Mohn besitzt diese Flüssigkeit jedoch keinerlei berauschende Wirkung, sondern wird zum Färben von Kleidung und bei der Herstellung von Kosmetik genutzt. Die vorherrschende Farbe ist hierbei generell die des silbernen Mondes Ithil, gefolgt vom goldenen Aûr und dem kupferfarben Teínè. In äußerst seltenen Fällen - meist während besonderen Konstellationen - kommen auch Mischfarben zustande, die besonders kostbar sind.

Die Mondrose ist in eher sumpfigen oder feuchteren Gebieten vorzufinden. Von der Feuchtigkeit ist generell auch die Größe der Samenkapsel und die Menge der Flüssigkeit abhängig. Am häufigsten auf natürliche Weise vertreten ist die Mondrose jedoch auf Calenâw, Kastesk und Kaèr. Domestiziert wurde die Mondrose in Crèsagh auf dem Kontinenten Sòghal.